DVD-Filme: 21 Gramm


 Wieviel wiegt Liebe? Wieviel wiegt Rache? Wieviel wiegt Schuld? Man sagt, dass 21 Gramm das Gewicht ist, das wir verlieren, wenn wir sterben, das Gewicht von fünf-Cent-Stücken, das Gewicht eines Kolibris und vielleicht auch das Gewicht der menschlichen Seele. Gezeigt wird das verschachtelte Leben dreier Personen, deren Schicksale sich durch einen Unfall unwiderruflich verbinden. Der todkranke Paul hofft, dass ein Spenderherz sein Leben retten wird, Cristina muss einen großen Verlust verkraften; und dem Ex-Sträfling Jack wird erneut der Boden unter seinen Füßen weggerissen...
Bild und Ton Technisch keine Referenzqualität. Die kalten Farben wirken überwiegend matt-flau, nicht sehr kräftig und schon gar nicht brillant, sonder einheitlich schmutzig ausgebleicht. Darunter leiden auch der Kontrast und die Bildschärfe. Doch diese resultierende trostlose Wirkung trägt, zusammen mit einer nervösen Handkamera, einen wichtigen Teil zur Atmosphäre bei. Auch diverse Farbfilter und Körnung trennen Erzählstränge voneinander ab, unterstreichen so die Stimmungen. Gute Detailtreue. Viele Dialoge, die Stimmen klingen sauber und klar aus der Front. Kaum Räumlichkeit beim Musik-Score, schade. Nur in wenigen Szenen rühren sich Rears und Subwoofer.
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Ausstattung und Fazit Zu wenige Extras: nur Making of und Darsteller-Infos auf Texttafeln. Schmerzlich vermisst bei diesem anspruchvollem Film-Thema wird ein Regisseur-Interview, das aus Lizenzgründen leider auch auf der US-Fassung fehlt. Die Qualität der hochkarätigen Darstellerriege (Naomi Watts, Sean Penn und Oscar-Preisträger Benicio Del Toro) ist beachtlich, sie kann die Charaktere überzeugend, eindrücklich und vor allem glaubhaft in Szene setzen. Eine Gewichtsangabe steht als Sinnbild für Leben und Tod, für Schuld und Sühne. Dazu kommt, dass der Regisseur "diese Meditation, die die existenziellen Dinge des komplexen Miteinanders erforscht" eben nicht chronologisch erzählt. Es gibt viele Story- und Zeitsprünge, die das verwobene Drama auf raffinierte Weise spannend und rätselhaft machen. So entsteht bewusst ein ungewöhnlicher, innovativer Ablauf, eine große emotionale Struktur, die aber auch Ansprüche an den Zuschauer stellt. Anhänger linearer Konstellationen werden enttäuscht sein, doch gewöhnt man sichschnell an die fragmentarischen Strukturen. Konzentration wird abverlangt, da man sich wenig um Zeit- bzw. Charakterbezüge schert. Verwirrend, verstörend - aber die starke Sogwirkung des melancholischen Dramas ist beachtlich. Tatsächlich hat man den Eindruck, dass das Unheil über die Menschen wie eine riesige Flutwelle kommt: sich langsam aufbaut und dann alles Land unter sich begräbt... Wild, raffiniert, irritierend verpuzzelt, aber sehr innovativ, auf alle Fälle mitreißend und garantiert kompromisslos: Dieses Kino geht tief unter die Haut. Ein echter Tipp für Cineasten. Apokalyptischer Ritt durch das Unterbewusstsein
| Anspieltipp: Kapitel 5 | J. Zeh/lb |
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| Vertrieb | Highlight | | Regie | Alejandro G. Inàrritu | | Darsteller | Sean Penn, Benicio Del Toro | | Laufzeit | 125 Minuten | | Genre | Drama | | Bildformat | 16:9, 1,85:1 anamorph | | Tonformat | Dolby Digital 5.1, DTS | | Sprachen | Deutsch, Englisch | | Untertitel | DfH** | | Regionlacode | 2 | | Preis* | 21 Euro | | FSK | 12 Jahre |
|  | * Preis laut Hersteller ** Deutsch für Hörgeschädigte
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